Louise Krause (1790-1819)

Lebenslauf der am 29 July 1819 sel entschlafenen verwitweten Schw. Luise <Schropp> {Krause}  geb. <Krause> {Schropp.}

Sie selbst schreibt

     Ich bin geboren den 27 Juny 1790 in Bethlehem, und vom sel. Br. Klingsohr getauft worden in Jesu Tod.

Im J. 1802 wurd ich ins Chor d. gr. Mädchen u. im J. 1803 am 16 Januar in die Gemeine aufgenommen.  Am 1<8>ten Juny 1804 gelangte ich zu meiner großen Freude zum Genuß des heil Abendmahls, wobey ich mich dem l. Hld ganz u. gar zu seinem ewigen Eigenthum hingab.

Im J. 1805 zog ich ins Schwesternhaus, welches eine harte Schule für mich war, ja doch zu meinem besten diente, so daß ich die lezte Zeit sehr vergnügt darinnen war.  Im J. 1808 wurd ich ins Chor der led. Schw. aufgenommen.  Auch in diesem Chor hatte ich manch schwere Stund, welche ich nur durch mein oft zu leichtsinniges Klagen machte, aber auch da /// hat mich mein l. Hld immer gesucht, für welches ich ihn erst in der Ewigkeit recht danken will.

Im Jahre 1810 am 3 April trat ich mit dem led Br Samual Krause in die Ehe. Wir gaben uns Herz u. Hand dem Hld treu zu seyn u. zu bleiben bis ans Ende.  Im J. 1811 <est> wurde uns ein Töchterlein Sophia Luisa geschenkt.  In diesem Jahr stieß meinem l. Mann eine heftige Krankheit zu, daß ich anfing an seine Wieder Genesung zu zweifeln.  Der l. Hld erhörte aber mein brünstiges Flehen mir ihn noch länger zu erhalten.

Im J. 1814 <ist> {wurd}  unser Söhnlein Mathew geboren Herr Jesu laß diese meine beyden Kinder deine seyn u. bleiben einiglich, so betet mein Herz täglich für meine 2 Kinder.

Im J. 1815 gefiel es unsern l. Herrn <ein> meinen zärtl. geliebten Mann zu sich heim zu holn, welches mir fast unmögl war zu glauben, da wir immer hoften, recht lang vergnügt mit einander zu leben; aber mein {treue}  Heiland dachte anders!–  Mein seliger Mann hatte /// hatte für mich u. seine 2 Kinder wie ein treuer Vater gesorgt; desto schmerzlicher war es für mich ihn zu verlieren: Aber auch in dieser meiner betrübten und traurigen Lage mit meinen 2 Kleinen nahm nahm sich der Hld meiner ganz besonders an, so daß ich in meiner Einsamkeit <ihn> öfters kindl. gerichten Dank für die unverdienten Beweise seiner Vaterfürsorge zu bringen Gelegenheit hatte.  Er machte es so schön mit mir, ja so schön, daß ich beym dran denken beschämt <bin> heiß beschämt bin.

So weit sie selbst.

Diese eben ausgedruckte Gesinnung, <b> u. der Eindruck von <des> ihres besten Freundes ueberzeugte Liebe befiel <sie> unsre treue sel vollendete Schwester bis zu dem Augenblick ihres Hinscheidens.  In <de> stiller Vorbereitung dazu <g genoß> {hatte}  sie nach Ihrer eignen Erklärung einen wonnevollen Genuß, der um so lebendiger wurd, je mehr sie überzeugt wurde /// daß <di> das bereits im Octobe des lezten Jahres überhand nehmende Dahinsinken ihrer Gesundheit sie dem einen schönen Ziel näher bringe, den von Angesicht zu sehn, an <dr> den sie mit nachahmungswürdigem <Glau> Vertrauen glaubte.  Mit einer Freudigkeit, die nur der wahre kingl. Glaube an einen ungesehenen, u. doch über alles nahen Versöhner, u. an sein heiliges Verdienst geben kann, -<ernst> redete <eine> {sie}  von dem Glück bald beym Heiland zu seyn und obschon der Blick auf ihre 2 unmündigen Kleinen getrübt wurd durch Thränen mütterliche zärtlicher Wehmuth–besonders wenn sie an ihr Bett kamen, u. wol gar mit kindlicher Naivität sagten — Nein das thut der Hld nicht daß er auch unsre Mutter nimmt — so bleibt dennoch ihr Zuversicht heiter und hell.  –Ich weiß es der gute Heiland wird für sie sorgen, u. Ihnen Vater und Freund seyn, sagte sie, u. in ihrem Auge glänzte dabey die Gewißheit, mit der sie {die schönsten}  segende gar für Ihre <Liebsten auf Erden> {Kinder erwartete}  <waren> ///

Als ihr in den lezten Tagen ihres Lebens das Schlucken schwer wurde, u. sie nur mit der größten Mühe etwas <Trinken> {Ihre}  <zu> genießen konnte, <nun> so veranlaßte sie auch dies, ihre Gedanken auf ihren Seelenfreund zu richten, und in der Hoffnung sich stärken zu laßen, daß sie als Jesu Schäflein von ihm den besten Hirten bald zum ewigen Brunnquell wird hingeführt werden – u. dort – sagte sie – nun will ich mich dort erleben; sollts auch noch länger dauern, als ich jezt dachte — ich weiß Er führt mich hin.

In solcher Scheu lebte Ihre Seele — bis es dem Hld gefiel {gestern Vormittag}  <zu> seinem Engel zu schicken um heimzuführen die tröstl. Gnade <gereinigt im Glauben in das Blut Jesu u. mit des> nachdem sie ihr Alter gebracht hatte auf 29 Jah. 1 Monat u. 2 Tage.

Welch schönes Loos hast du empfangen

Wie herrlich reist du nun dort gangen

Im Hause der vollendeten Schaar! ///

O nun ist dir so wohl geschehen

Nun magst du den von nahem sehen

Der hier dein Trost im Leiden war.

Du bist nun in des Herren Freude

Genießest frey vom allen Leiden

der Wonne unaussprechl. viel.

<Jesus dich wohl du vole Seele>

Sieh, Glaube ward dir bis zum Ende

darum schied dein Geist in Jesu Hände!

Gehab dich wohl am seligen Ziel!

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